Caminho 
português 2.0

von Lissabon nach Porto
360 Kilometer
Oktober -  November 2023

 
Macht Pilgern süchtig? 
 
Es ist gerade mal etwas über ein halbes Jahr vergangen und wieder mache ich mich auf den Weg nach Portugal. Was habe ich im Februar aus der Reise gelernt, was möchte ich dieses mal anders oder besser machen und auf was freue ich mich? 

Nach schweren 3 Jahren, fühle ich mich nun leicht und frei, auf diese Reise zu gehen. Ich freue mich auf das Land, welches mich im Februar so sehr begeistert hat und ich freue mich auf Menschen und Begegnungen und Momente der Stille. Ich freue mich auf Kilometer voller Landschaft und Abende in Gesellschaft. Ich freue mich auf eine beschwingte und leichte Reise, mit wenig Gepäck und wenig Balast im Geist. Einfach loslaufen und schauen, was passiert und was mich erwartet. 

Los geht es!

Sonntag, 29.10.2023 
Lissabon - Santarem 90 km mit dem Zug


Nach einer anstrengenden Nacht in der Jugendherberge in Lissabon, starte ich früh.  Die Jugendherberge in Lissabon kann ich leider nicht weiterempfehlen, suche dir lieber eine andere Unterkunft. 

An der kleinen Kapelle Igreja Paroquil de Santiago, soll mein Weg heute beginnen. Zunächst zu Fuß, dann mit der Elektrico - der antiken Straßenbahn - mache ich mich quer durch die Stadt auf den Weg zur Kapelle . 
Ich bin bestens ausgerüstet. Mit der App Buen Camino und meiner Mapy offline Karte Portugal, sowie Google Maps, lässt es sich super navigieren. Schon bei meiner letzten Reise, konnte ich erfahren, dass ein Reiseführer nicht notwendig ist. Somit finde ich sowohl die Kapelle als auch den Weg zum Bahnhof Santa Apolonia ohne Schwierigkeiten. Dort löse ich ein Ticket um mit dem IC nach Santarém zu fahren.
 
In allen einschlägigen Berichten über diesen Teil des Jakobsweges, wurde von den anstrengenden ersten Kilometern aus Lissabon heraus berichtet. Kilometerlang führt der Weg durch Stadt, Vorstadt, Industriegebiete und an großen Straßen und Autobahnen entlang. Daher habe ich mich für die Variante mit dem Zug entschieden. 


Sonntag, 29.10.2023 Santarém - Golega 25 km

 

Die Zugfahrt ist nicht nur günstig sondern auch mega bequem. In Santarém brauche ich erst einmal ein kleines Frühstück. Aber es scheint nirgendwo etwas zu geben. Also doch gleich ohne etwas zu Essen starten? In Lissabon war es noch so früh, dass ich nichts zum Essen kaufen konnte, der nächste Ort mindestens 10 Kilometer entfernt. Da spricht mich ein älterer Herr an, ober er mir helfen kann. Sogleich nachdem ich ihm berichte, dass ich ein Frühstück suche, führt er mich ganz Gentleman, zu einer kleinen Bar und so bekomme ich doch noch mein kleines Frühstück, bestehend aus einem grünen Tee und einen Croissant natural. Das sind wohl die kleinen Wunder am Weg.

Das Wetter gestaltet sich sehr wechselhaft, also gleich mal den Regenponcho überwerfen und los geht es durch die Kilometer langen Weinanbaugebiete. Der Weg ist matschig und es ist sooo schwül, dass ich auch irgendwie unter dem Regenponcho nass bis auf die Knochen bin. Aber irgendwer muss vor mir herlaufen. Das sind immer wieder frische Fußspuren, und ist mir nicht vorhin eine Frau entgegengekommen, als ich auf der Suche nach dem Frühstück in Santatém umhergeirrt bin? Ich bin gespannt, ob ich jemanden treffe.

Im nächsten kleinen Ort mache ich eine Pause, in einer kleinen Bar, um etwas zu trinken und tatsächlich sitzt eine Frau im hinteren Teil des Cafés. Als diese die kleine Bar verlassen will, spreche ich sie an. Bibi aus Holland, stellt sich vor und wir beschließen ein wenig zusammen weiter zu gehen. Von da an, ist der Weg nur noch halb so schlimm. In unsere Unterhaltung vertieft, merken wir gar nicht, wie schnell die Kilometer vergehen und landen flugs in Azinhaga und wie sehr das Wetter Kapriolen schlägt. Es sieht mächtig nach Gewitter aus. In Azingha machen wir wieder eine kleine Pause. Und weil die letzten 6 Kilometer nur noch an einer befahrenen Straße entlang führen, hoffen wir eine Mitfahrgelegenheit nach Golega zu finden. Und tatsächlich, ein Herr im Café bietet uns eine Fahrt nach Golega an. Da er früher Taxifaher war, ist er so nett uns dort zur Unterkunft zu bringen. Ach, was sind wir glücklich. Das ging aber leider nur, weil wir zu zweit waren, niemals wäre eine von uns alleine mitgefahren. Manchmal ist es gut nicht alleine zu sein ! 

In Golega erwartet uns eine nette Pilgerherberge. Dort können wir für 15 Euro die Nacht verbringen, duschen und uns ausruhen und am Morgen gibt es sogar noch ein kleines Breakfast in einer vorbereiteten Tasche. Zu uns stößt noch ein Brasilianer, der den Caminho mit dem Rad abfährt. Er hat Glück und spricht perfekt portugiesich, was uns beiden leider nicht vergönnt ist. Aber mit Händen und Füßen, ein paar gelernten Vokabeln und Englisch, komme ich trotzdem sehr gut zurecht.

Danke und gute Nacht - schöner erster Wandertag. 

Montag, 30.10.2023 Golenga - Tomar 31 km

Weinberge - Olivenhaine - Lost Places. 
Ich gehe weiter mit Bibi. Wir machen uns nach dem kleinen Frühstück auf den Weg, Herrliches Wetter ist heute. Also kein Regenponcho oder ähnliches und wir laufen mit netten Gesprächen und viel Leichtigkeit durch die Gegend. Auf dem Weg durchlaufen wir ein verlassenes Dorf, Quinta da Cardiga. Irgendwie spukig dort.  

Dann geht es weiter durch Eukalyptushaine und über einige Berge. Der Weg ist gut ausgeschildert, eigenlich gibt es keinen Grund sich zu verlaufen. Aber wir sind auch ziemlich alleine da draußen. Bibi entscheidet sich einen Ort vor meinem heutigen Ziel auszusteigen. Sie hat mehr Zeit für den Weg bis Santiago eingeplant. Daher trinken wir noch eine letzte Erfrischung zusammen, bevor ich meinen Weg alleine fortsetze.

Mein Ziel heute Tomar. Soll eine tolle Stadt mit einem mittelalterlichem Ambiente und einer großen Raubritterburg sein. Die letzten Kilometer gestalten sich allerdings sehr langatmig. Ich spüre meine Füße und wünschte, ich hätte auch mehr Zeit wie Bibi gehabt, dann wäre ich heute auch früher ausgestiegen. Aber was soll es, ich schaffe das schon.

In Tomar habe ich mir ein Bett in Hostel 2300 gebucht. Das liegt direkt in der Innenstadt, sehr schön und sauber ausgestattet und nett eingerichtet. Überhaupt fühle ich mich sehr sicher und angenehm in Portugal. Was mir bei meiner ersten Reise aufgefallen ist, begleitet mich nun auch wieder. Alleine als Frau in diesem Land, ist kein Problem. Die Menschen sind nett und hilfsbereit und ich fühle mich niemals unsicher oder ängstlich, so wie es mir manchmal in Deutschland geht. Woran mag das liegen? 

Ein schöner Tag geht zu Ende. Glücklich und müde liege ich in meinen Doppelstockbett, Wetter top, Weg top, Herberge top... was kann besser sein? Ich freue mich auf einen neuen Tag und habe aber auch Respekt vor den anstehenden 33 Kilometern mit vielen Anstiegen und ebenso vielen Abstiegen. Hoffentlich schaffe ich das. 

Dienstag, 31.10.2023 Tomar - Alvaiázere 33 km

Heute geht es früh los. Nachdem ich mir einen kleinen Kaffee und ein Brötchen im Hostel gemacht habe und noch eine nette Unterhaltung mit Linda aus Dänemark geführt habe, muss ich mich sputen. Schade, dass Linda Richtung Süden unterwegs ist, mit ihr hätte ich gern noch ein wenig geplaudert. Es sind doch mehr Frauen alleine unterwegs, als ich erwartet habe. 

33 Kilometer und fast 1000 Höhenmeter stehen heute auf meiner Uhr. Da die Zeitumstellung mich nun ein wenig in die Hektik bringt, bis spätestens um 18 Uhr an meiner nächsten Unterkunft zu sein, damit ich nicht im Dunkeln laufen muss, bin ich doch etwas nervös, ob ich mein Tagesziel heute schaffe. Leider gibt es wenig oder auch eher gesagt gar keine Alternative. Auf diesem Teil des Caminhos gibt es nicht viele Unterkünfte. Das heißt - durchhalten.

Der Weg läuft sehr schön entlang eines Flußes durch kleine Ortschaften und an wunderschönen restaurierten oder auch verfallenen Häusern vorbei. Wie sehr in diesem Land, arm und reich, sauber und schmutzig, elegant und verfallen nebeneinander stehen. Es gibt Orte die verzaubert sind und Orte die verlassen wirken. 

Ich laufe durch Eukalyptushaine, kilometerweit, entlang an Olivenbäumen, zwischen Kiwisträuchern und Bäumen, die voller Granatäpfel hängen, Orangen und Zitronen könnte ich am Wegesrand pflücken. Der Duft von Rosmarin, wildem Fenchel, Dill und Rosen hängt in der Luft. Was für ein Überfluss an Früchten, Düften und Farben, selbst jetzt im späten Herbst.

Wenn es passt lege ich eine kleine aber kurze Pause ein. Setze mich in eine kleine Bar oder eine Art Bäckerei um etwas zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen. Tatsächlich bekommt man fast in jedem kleinen Ort etwas. Lediglich ein bißchen Wasser habe ich bei mir und eine Notration an Keksen. Bei meiner ersten Pilgerreise habe ich gelernt: Du brauchst weniger als du denkst und in Portugal wird gut für dich gesorgt, also sorge dich nicht!

Aber die Kilometer und Höhenmeter zehren an mir. Die Beine werden schwer, der Weg wird immer länger und als ich endlich Alvaiázere erreiche, nach gefühlt 10 Kilometern Straße, bin ich fix und fertig. Aber ich habe es geschafft. Mit letzter Kraft schleppe ich mich in die offizielle Pilgerherberge. Dort bekomme ich den schönsten Stempel des gesamten Caminhos und ein Glas Portwein. PROST

Okay, die Butze ist eher semisauber, das Bad solltest du besser nur mit Schuhen und in Vollschutz betreten und die Küche würde ich ganz links liegenlassen, aber was soll es. Auch das lernst du auf dem Jakobsweg: Genügsam sein, mit dem was dir geboten wird. Also heute keine Dusche und morgen auch kein Frühstück. Ich bin schon ziemlich unempfindlich, was Schmutz und Sauberkeit angeht, aber auch ich kenne meine Grenzen.
 
Gute Nacht und lass meine Füße morgen wieder laufen können. Bitte keine Bettwanzen ;-)

Mittwoch, 01.11.2023 Alvaiázaere - Rabacal 33 km

 
Gut geschlafen habe ich, also lasse ich die Herberge schnell hinter mir und starte in einen nebligen und feuchten Morgen. Sogleich gibt es einen steilen Anstieg, puh ohne Frühstück ist es ganz schön anstrengend. Ich könnte mir einen Schluck Wasser gönnen oder ein paar Kekse? Aber irgendwie läuft es sich so ungesättigt besser. Ich laufe gern ohne ein üppiges Frühstück los, dann bin ich irgendwie fitter und leistungsfähiger. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Es gibt bestimmt auch Menschen, die ohne ein Frühstück keinen Fuß vor den anderen setzen können. Daher bin ich froh, dass ich das auf meine Weise entscheiden kann. Ist ganz schön nur für sich selbst verantwortlich zu sein.

Nach 3 Stunden und einem sehr abwechslungsreichen Weg, erreiche ich Ansiao. Ein netter kleiner Ort. Heute scheint allerdings auch hier ein hoher katholischer Feiertag zu sein. Die Menschen sind auf dem Kirchgang und das Leben ist nicht wie alltags. Glücklicherweise hat auch hier eine Bäckerei geöffnet. Ich werfe meinen Pocho ab und lasse mich an einen Tisch nieder. Obligatorisch bestelle ich zunächst einen Cha verde und einen Croissant, beobachte die Menschen, die sich lautstark unterhalten und lächle so vor mich hin. Manchmal ist es besser nicht alles zu verstehen, was gesprochen wird. So können die Gedanken einfach schweifen und es gibt keine Bewertungen und Verhaftungen des Geistes. Was für ein schönes Gefühl. Schnell noch ein Kaltgetränk und ein wundervolles Brötchen mit Wallnüssen als zweiten Gang hinterher und dann geleitet mich ein fröhlich klingender Gruß " Bom Caminho" wieder raus auf meinen Weg. 

Ich erreiche Alvorge, ein ebenfalls netter kleiner Ort und überlege, ob es die richtige Zeit für heute ist, dort zu bleiben. Ehrlich gesagt, werfe ich einen Blick in die wunderschöne Alberge dort, und schwanke mit mir und meinen Gefühlen. 22 Kilometer geschafft, die nächste Unterkunft ist in 11 Kilometern. Aber wie geht es dann morgen weiter. Mein Tagespensum ist eigentlich noch nicht voll, wenn ich Porto zum Stichtag erreichen möchte. Ach ist die Entscheidung schwer. Aber es ist noch früh und so mache ich mich weiter auf meinen Füßen davon. Nächstes mal werde ich in dieser tollen Herberge bleiben, das verspreche ich. 

Kurz vor dem Verlassen des Dorfes werde ich von einigen Hunden angebellt. Das geschieht immer wieder und manchmal ist es auch ein wenig beängstigend. Eigentlich fürchte ich mich nicht vor Hunden, aber hier in Portugal sind doch sehr viele und nicht nur herrenlose Hunde, sondern auch einfach freilaufende Hofhunde, die sehr aggressiv bellen. Erst vor ein paar Tagen, ist ein kleiner Pinscher durch den Zaun gehuscht und hat mich ordentlich erschreckt. Und nun ist es soweit. Ein aufgebrachter laut bellender halbgroßer Hund läuft hinter mir her. Ich rufe und wedel mit den Armen, versuche mit resoluter Stimme den Hund zur Raison zu bringen, aber nichts hilft. Er beißt mich in die rechte Wade, während ich langsam weitergehe. Ein richtig fieser kleiner Köter, da reicht es mir. Nichts wie weg, wie soll ich mich auch wehren, so ohne Stöcker oder ähnliches. 

Ab da überlege ich, ob es sinnvoll ist Pfefferspray oder ähnliches mit sich rumzutragen. Ich bin ziemlich ratlos, wie ich mich vor diesen aggressiven Hunden schützen kann. Hilft eine Portion Hundefutter oder Leckerlies in der Tasche? Ich glaube den hätte das kleine Mistfiech auch verschlugen und mich trotzdem gebissen. 

Endlich erreiche ich Rabacal, 33 Kilometer und einen Hundebiss später. Dort ist die schöne Herberge einer Namensvetterin. Claudia begrüßt mich herzlich und ich kann mir ein schönes unteres Bett aussuchen. Dort treffe ich auf eine Östrreicherin, Anja, die ziemlich mit ihren Blasen und Rückenschmerzen zu kämpfen hat. Aber ich sehe auch gleich das Problem. Sie ist mit Bergstiefeln C Kategorie unterwegs und ihr Rucksack ist doppelt so groß wie meiner. Gleich fachsimpeln wir über das richtige Equipment und ich zeige ihr, was ich von meiner ersten Reise bereits gelernt habe. 

Leichtere Schuhe, weniger Gepäck - und es läuft sich sooo viel einfacher. Das habe ich dieses mal rigoros beherzigt und bin daher viel leichter unterwegs, als noch im Frühling. Der Vorteil des kleinen Gepäcks, es passt als Bordgepäck in den Flieger und so muss ich nichts aufgeben und muss auch nicht auf das Gepäck am Ankunftort Flughafen warten. Was für eine Zeitersparniss und für eine Erleichterung. Okay, aus dem Grund habe ich keine Wanderstöcke oder ein Messer dabei, aber ich habe das vorher gut abgewägt. Alles richtig gemacht !!!

Zum Abschluß des Tages gibt es  noch ein paar Drinks aus dem Getränkeautomat der Herberge, eine wundervolle heiße Dusche und ein erstklassiges Pilgermenue für 9,- Euro mit Tintenfisch, Suppe und Getränk. Herz, was braucht es mehr? 

Donnerstag, 02.11.2023 Rabacal - Coimbra - Mealhada

 
Heute geht es zunächst mit dem Bus nach Coimbra. Meinem Bein mit dem Hundebiss geht es nicht so gut. Ich habe es zwar desinfiziert und ein Pflaster draufgeklebt, aber irgendwie tut mir doch alles ganz schön weh. Nach netten Gesprächen und der Prüfung meiner Zeitplanung, entscheide ich mich für eine Busfahrt nach Coimbra. Die ehemalige Hauptstadt Portugals soll ein echter Geheimtippp sein und Sigthseeing soll sich lohnen. Das Wetter sieht auch nicht gerade vielversprechend für einen Marathon da draußen aus. Also ab mit dem Bus und ein paar netten Mitpilgern nach Coimbra. Noch vor der Stadt steige ich aus, um zu Fuß über die Brücke Ponte de Santa Clara in die Stadt zu laufen. 

Nicht nur einer der unzähligen Regenschauer und heftige Windböen machen diesen Tag zu einem perfekten Sightseeing Tag, sondern auch diese schöne Stadt. Ich flaniere in aller Ruhe quer durch die kleinen Gassen, verweile in der Kathedrale bei einer kleinen Meditation, sitze im Kaffee und beobachte die Menschen und ich laufe rauf und runter in dieser schönen Stadt, mit unzähligen Hügeln. Highlight meines Tages ist das Mittagessen in der schönen Kaffeetaria der Universität. Auch da hat mich wieder mein Bauchgefühl gesteuert und ich bin einfach auf gut Glück hineingestolpert. Bei Maps lese ich dann nach, dass es einer der schönsten Orte ist, um über den Dächern Coimbras einen preiswerten Snack einzunehmen. Wieder alles richtig gemacht heute. 

Den restlichen Weg in die Nähe einer der nächsten Herberge, fahre ich noch einmal mit einer kleinen Regionalbahn. Für mich ist es schöner nicht direkt in der Stadt zu schlafen. Von Mealhada aus, kann ich morgen meine nächsten 25 Kilometer nach Agueda anpeilen. Und tatsächlich zeigt mein heutiges Tacho auch mehr als 15 Kilometer mit der Sightseeing Tour und dem restlichen Weg zur Herberge. Also nicht ganz gefaulenzt und wirklich eine schöne Stadt gesehen. 

Freitag, 03.11.2023 Mealhada - Agueda 25 km

Die Alberge war jetzt nicht gerade der Hit. Leider gibt es keine Art Küche, wo man sich etwas heißes Wasser oder sonstiges machen kann und ehrlich gesagt, bin ich auch oft zu müde, um noch irgendwo hinzugehen, also genieße ich das kurze Gespräch mit 2 Mitpilgern. Marco, ein kleiner junger Italiener will bis Sanstiago und dann kommt noch Steve aus den USA und läuft bis Porto, so wie ich. Es macht Spaß sich mit anderen Menschen und so vielen anderen Nationen über die gleichen Ziele und Wünsche zu unterhalten. Wichtigstes Gesprächstema ist immer:  Wo kommst du her, wo gibt es etwas guten zu Essen, wo willst du heute hin und hast du schon andere Routen gelaufen? 

Ich gehe gerne alleine, mein eigenes Tempo und an mein eigenes Ziel. Und dann schaue ich, wen ich wann treffe und welche Gespräche sich ergeben. Heute ist das Wetter wieder sehr wechselhaft. Ich starte direkt bei Regen, es wird aber auch kälter und der Wind bläst nach wie vor echt mächtig in Böen. Ich bin die letzten Tage durch den fiesen Atlantiksturm gelaufen. Zu Hause würde ich bei dem Wetter keinen Hund vor die Tür schicken, aber was macht man nicht alles auf dieser Reise. 

Also heute Poncho auf, Pocho ab und wieder von vorne. So langsam perfektioniere ich das Überwerfen dieses großartigen Kleidungsstückes, welches ich extra noch für diese Tour gekauft habe. Der Poncho und meine GoreTex Schuhe sind meine nicht wegzudenkenen Utensilien für diese Tour. Und dabei hat der Wetterbericht Tage vor meiner Abreise nur schönstes Wetter vorhergesagt, Tja, manchmal kommt es eben anders. 

Nach vielen Kilometern Straße merke ich aber auch, wie meine Lust schwindet. Es wird beschwerlicher und ich frage mich mal wieder, wieso ich so eine Art Reise machen muss. Aber das kenne ich ja schon von meiner letzten Tour. Auch das wird vergehen, nur nicht aufgeben. Die Füße schmerzen, inzwischen habe ich einige Blasenpflaster verbraucht und der Hundebiss ist auch noch schmerzhaft. Meine Klamotten sind nass und meine Füße in den Schuhen inzwischen auch. 

Endlich erreiche ich Agueda, will dort noch etwas zum Einkehren suchen, werde aber irgendwie nicht fündig. Ich höre auf meine Intuition und laufe weiter in Richtung Herberge für die Nacht. Auf dem Weg, finde ich einen Lidl und beschließe mich dort einzudecken, mit Dingen, die sich unaufgewärmt und einfach verzehren lassen. Ich habe gelernt, dass es oft besser ist sich noch vor der Herberge oder mittags mit Essen zu versorgen. Denn ehrlich gesagt, habe ich selten die Kraft und die Lust nach dem Duschen und dem Ausziehen der hundedreckigen Klamotten noch einmal rauszugehen. Außerdem bin ich auch  nicht mehr stadtfein und für ein Restaurant geruchneutral genug, hihihi. Ab dem dritten Tag beginnt die Verwahrlosung des Wanderers, da bin ich schon locker drüber weg. Und bei dem Schietwetter kann man auch nichts waschen, bzw. dann wieder trocken bekommen. Also einfach weiter vor sich hinmüffeln. 

Daumen hoch ? heute leider nicht. Miese Stimmung, mieses Wetter, mieser Weg. 
Als kleiner Lichtblick ist die Herberge heute zu bezeichnen. Es ist zwar nur ein winziger Schlafraum mit  3 Doppelstockbetten, aber es gibt eine gut eingerichtete Küche und ein kleines Wohnzimmer und eine herrliche warme Dusche. Da taucht auch noch mein Pilgerfreund Marco auf. 
Ende gut, alles gut.

Samstag, 04.11.2023 Agueda - Albegaria a nova 24 km

 
Gerade losgelaufen und schon muss ich wieder den Poncho überwerfen. Bei höllischem Regen erreiche ich nach einer Stunde völlig durchnässt eine kleine Bar. Ich husche hinein und lasse mich in einer Ecke mit all meinen nassen Sachen nieder. Nass bis auf die Knochen, kalt und ekelig fühle ich mich. Warum ist das Wetter so unerbittlich, wann wird es endlich besser, soll ich abbrechen, wie kann ich überhaupt weiterlaufen. Ich warte und trinke, Tee um Tee, Kaffee und esse eine Kleinigkeit. Hört es jemals wieder auf zu regenen?  

Irgendwann wird der Regen etwas weniger, also wieder raus auf den Weg. Ich hinterlasse eine große Pfütze in der Bar und schäme mich ein wenig, dass ich so herumlaufe. Es geht über Straßen, enlang an Straßen, über andere Straßen und überhaupt, nur Straßen, Straßen, Straßen. Vielleicht bei dem Wetter auch keine so schlechte Wegstrecke, aber es nervt. 

Zum Mittagessen kehre ich zwischen 2 Schauern in einen Supermarkt ein. Oftmals gibt es dort kleine Esstheken oder Kaffeeecken. Hier habe ich sogar Glück. Es gibt ein richtiges kleines Essenangebot. Sogar warme Speisen sind dabei. Also entscheide ich mich für einen Teller mit Tintenfischen und etwas Auflauf mit dem Nationalfisch Bacalaho. Hmmmm lecker, ich genieße und bleibe einfach so lange, sitzen, bis auch der nächste und übernächste Regenschauer vorbei ist. Was soll´s.

Den Rest des Weges gehe ich etwas abseits hinter den Häuserreihen entlang. Niemand hat mich gewarnt und so lande ich auf einem total umgepflügten Feldweg in einem Eukalythushain. Knöcheltief sinke ich in lehmige Matsche ein. Nicht das auch noch. Von oben bis auf den Schlüpper nass und nun läuft mir die Pampe auch noch von oben in die Schuhe. Ich könnte heulen. Ich fluche, schreie, weine, aber es hilft alles nicht. Umdrehen ist keine Option. Mit letzter Kraft erreiche ich mein heutiges Tagesziel, die Albergue de Albergaria a Nova. 

Was für eine Tortour heute. Lichtblick? Der Wirt der Herberge. Ein uriger älterer Herr, ein schöner Aufenthaltsraum und ein mega großer Kühlschrank mit kalten Getränken. Zunächst die Schuhe vom Schlamm befreit, dann eine kurze Dusche und ab auf das mega Sofa mit einem Hund im Arm und einem Bier in der Hand. Feierabend. 

Da kommt noch Marco, mein kleiner Italiener, genauso verschmiert aber mit bester Laune. Was für ein Sonnenschein. Wir sind die einzigen Gäste heute Nacht. Es ist still geworden auf dem Caminho. Wir entscheiden uns noch für eine Ladung Waschmaschine, die wir uns teilen und bekommen den puren Luxus von frischer Kleidung am Abend geschenkt. Ach, riecht das gut. 

Highlight des Tages: Mittagessen, Alberge, Wäschewaschen - Nicht aufgegeben !!!

Sonntag, 05.11.2023 
Alberaria a Nova - Sao Joao da Madeira 22 km
Sao Joao da Madeira - Espinho 25 km Zug

Ich steige in meine nassen Schuhe, und bin mir sicher, wenn das Wetter heute nicht besser wird, dann wird es mit meiner Laune auch nicht besser. Zunächst starte ich  mit einem kleinen Frühstück in der nächsten Bar. Kehre ein und esse, wenn es die Möglichkeit gibt. Das habe ich nun absolut verinnerlicht. Niemand weiß, wann du wieder die Gelegenheit bekommst.

Kurz nachdem ich zu laufen beginne, fängt es schon wieder an zu regnen. Mehrere große Regenschauer erwischen mich an diesem Tag und wie schon vorhergesagt, singt meine Laune auf den Nullpunkt. Die sauberen Socken sind innerhalb von Minuten in meinen nassen Schuhen auch wieder nass. Und ich merke, wie mir das Wasser weiter in die Schuhe läuft, aber auch insgesamt alles nass wird. Die Füße reiben in den feuchten Schuhen und ich muss immer wieder anhalten und Pflaster kleben. Wie kann es in Portugal nur sooo viel regnen?

Der Weg ist heute ganz okay, kein Brüller, keine Herausforderung und es sind keine Pilger mehr unterwegs. Ziemlich alleine kämpfe ich mich Kilomter um Kilometer durch die Pampa, durch Dörfer und kleine Städte. Nach 22 Kilometern komme ich nach Sao Joao da Madeira. Uihhh ist hier viel los. An einem Sonntag, brummt die Stadt. Auf den letzten Metern verliere ich die Nerven. Ein erneuter Regenguss zwingt mich zum Stopp und dann noch die vielen Autos hier. Ich suche verzweifelt die Herberge. Es soll eine Mission hier geben. Aber obwohl ich mich bemühe, ist einfach nichts zu finden. Von hier aus muss ich  morgen nach Grijo. Dort lese ich in meiner Camino App, ist die einzige Herberge für dieses Jahr geschlossen. 

Da meine Nerven nun blank liegen, meine Füße in den Schuhen schwimmen und für morgen noch mehr Regen angesagt wird, entscheide ich mich für Plan B. Ich nehme den Zug an die Küste nach Espinho, dort buche ich mir ein kleines Zimmerchen mit Dusche und WC für 2 Nächte. Ausruhen, duschen, trocknen, schlafen. Ich brauche einfach eine Pause und muss aus dem Wetter raus. Also ab in den Zug, der langsam Richtung Küste rumpelt.  Manchmal muss ich einfach ankzeptieren, wenn es nicht mehr weiter geht. So schwer es mir auch fällt, aber genau das lerne ich hier auf dem Caminho.


Montag, 05.11.2023 Espinho Sightseeing

 
Ersteinmal ausschlafen, dann zum gemütlichen Frühstück aufbrechen. Mit leichtem Gespäck und meinem Regenponcho bewaffnet, mache ich mich auf den Weg durch die Stadt. Espinho liegt direkt am Atlantik und hier fegt der Wind und die Wolken fliegen nur so dahin. Jetzt zu dieser Jahreszeit ist es still geworden. Aber ich erahne die Geschäftigkeit und das Treiben im Sommer, wenn Herrscharen von Sufern den Strand bevölkern und auf den Wellen reiten. Heute ist der wöchentliche Markt. Hunderte von Ständen, säumen die Straßen. Man kann alles kaufen, was das Herz begehrt. Fisch, Fleisch, Früchte, Pflanzen, Backwaren, Käse, aber auch Textilien, Schuhe, Gardinen, Stoffe, Taschen, lebende Tiere und noch sooo vieles mehr. Mein Vermieter sagte mir, dass dieser Markt einer der größten Portugals sei. Ich laufe unendlich weit durch die Stände, bestaune, rieche und genieße. Was für ein Gewusel. Aber auch hier macht das Wetter den Menschen zu schaffen. Die Zeltstadt, bricht bei dem nächsten großen Regenschauer mit kräftigen Sturmböen zusammen. Alles Hab und Gut geht in Regen und Matsch unter. Viele Händler packen alles durchnässt und verdreckt wieder ein. Was für ein Drama für diese Menschen, die von diesem Markt doch leben. Das tut mir im Herzen leid. 

Ich kaufe noch ein paar Vorräte ein, sitze eine Weile in einer kleinen Kapelle und esse eine Kleinigkeit, bevor ich mich heute sehr frühzeitig in mein kleines Zimmerchen zurückziehe. Lesen, ausruhen, Fußpflege und Seelenheil. Ich meditiere und mache ein wenig Yoga. Dieser Ruhetag tut mir gut. Morgen sind die Wetteraussichten etwas besser. Also plane ich von hier aus zu Fuß nach Porto zu laufen. Ich könnte auch die Bahn nehmen. Aber diesen letzten Abschnitt will ich mir einfach nicht nehmen lassen. 

  Dienstag, 07.11.2023 Espinho - Porto 28 km

 

Mein letzter Wandertag. Genau 10 Minuten hält das Versprechen meiner Wetter-App, dass es heute nicht regnen soll. Also wieder den Poncho überwerfen, den Rucksack eintüten und die gute Laune nicht vergessen. Ich gehe kilometerlang am Strand entlang. Das erninnert mich sehr an den Weg ab Porto nordwärts, welchen ich im Februar gegangen bin. Und ich erkenne wieder für mich, dass ich das Hinterland mehr schätze. Ich mag die kleinen Orte und die Wälder, die ursprünglichen Menschen und alten Bars. Hier am Meer ist alles etwas schicker und mondäner und die Preise steigen. Wo ich vor Tagen noch für  1,65 Euro einen Tee und einen Croissant bekommen habe, bin ich nun das Doppelte los. 

Heute gehe ich einfach immer meinem Blick nach. Es geht nur geradeaus. Mal über Stege, mal an der Promenade entlang. Auch hier ist nun nichts mehr los. Aber vielleicht liegt es auch einfach an diesem Wetter. In einer Bar lege ich eine Pause ein. Lausche den Gesprächen, die ich nicht verstehe. Aber das macht nichts. Wenn man nicht versteht, was gesprochen wird, muss man auch nicht darüber nachdenken. Damit bleibt mein Kopf leer und mein Leben leicht.

Mein Ziel heißt Porto und das mit all meiner Kraft, die ich noch habe. Irgendwann sehe ich die ersten Häuser von Porto und komme an den Fluß Douro. Nun gehe ich am Fluß entlang, bis ich die große Brücke über den  Fluß sehe. Fast angekommen. Ich nehme mir vor, jeden dieser letzten Schritte so bewußt wie möglich zu gehen. Und das Wetter? Ja, die Sonne ist zurück, endlich. Als ich den Berg hochsteige, um über die Ponte Luis zu gehen, schlägt mein Herz schneller. Vor 9 Monaten, bin ich schon einmal hier gewesen. Die letzten Schritte bis zur Kathedrale und dann ist es geschafft.

Ich bin so überwältigt, hier angekommen zu sein. Wieder auf diesem Platz zu stehen, dass mir Worte und Gedanken fehlen. Einfach nur Tränen der Erleichterung, des Glücks und der Freude. Ich habe es geschafft. Ich bin von Lissabon nach Porto gelaufen. Ich bin allein durch diesen Land gelaufen und ich bin angekommen. Bei mir, in mir, mit mir !!!

Ich habe mein Santiago erreicht. 

Die Nacht verbringe ich in der schönen Pilgerherberge in Porto.  Da taucht auch noch Marco auf und wir sitzen noch ein wenig zusammen und philosophieren über den Weg und unsere Erfahrungen.  

Es ist schön hier. Ich schließe Frieden mit den gruseligen Herbergen und all den schlechten Betten, dem Wetter und mit meinem Innersten. Angekommen um mit vielen schönen Erinnerungen und Gefühlen nach Hause zu fahren. Zu zehren von dem Weg und meinen Eindrücken und mit dem Stolz in mir, dass alles alleine geschafft zu haben. 

Mittwoch, 08.11.2023 Porto - Eschwege

 
Zurück nach Hause. Oder ist zu Hause vielleicht in mir? Ich fühle mich leicht und frei. Diese Reise hat mir wieder gezeigt, wie wenig ich brauche und wie gut ich mich zurechtfinden kann. Allein zu reisen ist kein Manko. Es ist ein Mehrwert, denn so kann ich mich auf mich einlassen und ich kann mich sicher fühlen und meiner Kraft vertrauen. Ich lerne mit jeder dieser Reisen mich ein wenig besser kennen und ich lerne so viele andere Menschen kennen. Dieser Weg hat mich begeistert, die Menschen haben mich Begeistert und Porugal hat mich begeistert. 

 

Packliste Veränderung zu meiner ersten Pilgerreise: 

Was habe ich zu Hause gelassen: Messer, Kochtopf, Sandalen, Regenschirn, Wanderstöcke. Ich habe mich bewußt für ausschließlich Handgepäck entschieden, um schneller und leichter zu sein. Keine Warterei am Flughafen und auch kein Gepäck aufgeben, also Kosten gespart. 

Außerdem bin ich  mit einem 30 Liter Rucksack unterwegs gewesen. Das ist ausreichend, da man nicht viele Lebensmittel oder Getränke mitschleppen muss. Die Versorgung am Wegesrand ist meistens sehr gut. 

Unverzichtbar war mein Hüttenschlafsack, mein Regenponcho und meine Blasenpflaster sowie eine ultraleichte Windjacke, die Jakobsmuschel und mein Pilgerausweis.

Überflüssig, war meine Sonnencreme, der Sonnenhut, das Kopfkissen und meine Medikamente. Aber all das liegt am Wetter und den Gegebenheiten. 

Sehr nützlich war meine leichte Bauchtasche für Wertsachen, eine leichte Tragetasche für Einkauf oder Flugzeug, eine Edelstahltasse und ein Göffel, für Snacks unterwegs oder einen löslichen Kaffee in den Herbergen. 
 

Fazit 

 360 km Caminho portuguese von Lissabon nach Porto 
Wetter hätte besser sein können, aber es ist wohl Regenzeit in Portugal (Das wußte ich leider nicht)
Tolle Menschen getroffen - so viele unterschiedliche Nationen auf ein und derselben Reise
Bellende und beißende Hunde am Wegesrand - das macht manchmal Angst
Zu Fuß, Bus, Bahn oder wie auch immer, das Land läßt sich so am Besten kennenlernen
Weniger Gepäck - mehr Freiheit und Leichtigkeit
 
Ja, ich würde wieder pilgern, vielleicht im März-April. Und ich würde kürzere Etappen wählen. Einfach ein wenig entspannter den Weg gehen. Also entweder mehr Zeit einplanen oder einen Teil mit Bus oder Bahn überbrücken, was wirklich gut funktioniert. Portugal ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrmitteln zu bereisen und dank Google maps, ist das überhaupt gar kein Problem mehr. 

"Als Vorbereitung für große Abenteuer braucht es weder viele Mittel noch viel Zeit, es ist die Sehnsucht, die uns überall hinträgt auch ohne Flügel." 
- Reinhold Messner